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IDEE:
Transformational Building

Transformational Buildings – Start in eine neue Arbeitskultur

Oliver Jahn, AD, und Stefan Höglmaier, Euroboden

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Collage: Klawe Rzeczy; Bildquelle: Getty Images

Wie wollen wir in Zukunft zusammen arbeiten? Wie können Räume gestaltet werden, die Kreativität und Kommunikation beflügeln? AD Architectural Digest und Euroboden entwickeln gemeinsam eine ganz neue Typologie, das „Transformational Building“ als hochflexible Hülle für eine Fülle möglicher Nutzungen – und setzen sich damit an die Spitze einer neuen Bewegung. Individualisierte Flächen statt Office-Einerlei, die Kreativität fördern, zur Leistung verführen und Begegnung inszenieren.

Die Corona-Krise wirkt als rigoroser Katalysator urbaner, ökonomischer, politischer und sozialer Entwicklungen. Das Verhältnis von Zentrum und Peripherie verändert sich, Mobilität und die Steuerung von Datenströmen werden neu gedacht, die Arbeitswelt hat sich oftmals nach Hause, ins Private verlagert: Vor Corona arbeiteten zwölf Prozent aller Beschäftigten ganz oder hauptsächlich zu Hause, dann schnellte die Anzahl hoch auf über ein Drittel (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW). Das Homeoffice, in der Pandemie plötzliches Muss, rückte in den Fokus – das klassische Büro wurde leerer und sieht sich nun auf vielfache Weise in Frage gestellt.

Gut so! Den Weckruf hätte man schon früher vernehmen können: Denn wenn soliden Umfragen zufolge bislang bis zu 60 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unzufrieden sind mit ihrer Arbeitsumgebung und entsprechend bestenfalls „Dienst nach Vorschrift“ leisten, dann müssen sich diese Umgebungen ändern, müssen sich wandeln und radikal verbessern. „New Work“ meint, erst Recht im Corozän und danach, auch: ganz neue variable Räume für die Arbeit, die Identität stiften können unter jenen, die sie nutzen.

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„Das Büro der Zukunft ist nicht mehr bloß Dach über einer definierten Anzahl von Schreibtischen, sondern wird zur Plattform.“ (Renderings: Euroboden)

Euroboden hat nach einer Antwort gesucht und legt nun einen einzigartigen Prototypen vor, der von Grund auf neu definiert, was „Büroalltag“ heute heißen muss: das „Hammerschmidt“ (siehe auch Bilder). Mit diesem einzigartigen Bau als erstem konsequent gedachten Transformational Building entwickelt Euroboden gemeinsam mit den Raumexperten von AD Architectural Digest die Avantgarde der Arbeitskultur, die das Büro der Zukunft nicht mehr als Dach über einer definierten Anzahl von Schreibtischen denkt, sondern als als Plattform. Es ist nicht mehr der Ort, an dem in erster Linie gearbeitet wird, sondern ein Vehikel sozialer Interaktion – und genau darin liegt seine außergewöhnliche Rolle neben, vor und nach all den anderen Arbeitsorten, aus denen wir künftig wählen werden.

Das Transformational Building ist leere, multifunktionale Hülle, die Hardware, die die Mitarbeitenden selbst programmieren. Aber es ist mehr als das, ein modulares Konglomerat aus Programmbausteinen, derer sich die Gruppen und Tribes bedienen können, die sich hier zusammenfinden und neben- und miteinander arbeiten.

Aus Arbeit wird soziale Interaktion

Retail, Lodging und natürlich Office als die drei Säulen des Gewerbeimmobilienmarkts müssen radikal umdenken. Jene Monokulturen, wie sie sich in der Landwirtschaft als überaus schädlich erwiesen haben, lassen sich auch auf Büroflächen übertragen: Monofunktional entworfene Gebäude engen die Nutzung ein und sind relativ umbauresistent. Deshalb sind sie weder für Nutzende noch für Vermietende ein langfristig sinnvolles Investment (das halbrunde Bürohochhaus der Berliner Volksbank etwa, errichtet erst 1985, wurde jüngst abgerissen, weil seine Aufteilung zu speziell und nur auf einen einzigen Nutzer und seine Bedürfnisse hin maßgeschneidert war).

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„Machbar muss an einem solchen Ort künftig nahezu alles sein: mönchische Klarheit oder mondäner Boutique-Look, Holzverkleidung oder House-Club-Feeling, white-cube oder black-box, verspielt, verschult, kontemplativ, wild“. (Renderings: Euroboden)

Mit dem Konzept des Transformational Building definieren AD und Euroboden Architektur neu als Angebot mit hoher Reaktionsfähigkeit auf Wünsche und Bedürfnisse. Machbar muss an einem solchen Ort künftig nahezu alles sein: mönchische Klarheit oder mondäner Boutique-Look, Holzverkleidung oder House-Club-Feeling, white-cube oder black-box, verspielt, verschult, kontemplativ, wild – und vielleicht zugleich so old-school-analog, wie es der Designer Paul Smith für seine unvergleichliche Londoner Zentrale formuliert: „Unser Geheimnis ist, dass die Leute aus dem zweiten Stock denen aus dem dritten keine E-Mails schreiben dürfen. Wir reden lieber miteinander!“

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„Die äußere und innere Form des Transformational Building inszeniert und orchestriert die Begegnung.“ (Renderings: Euroboden)

Die äußere und innere Form des Transformational Building inszeniert und orchestriert die Begegnung. Zugleich ist das Transformational Building die Struktur, innerhalb derer die Diskurse über die neue Arbeit geführt werden. Dafür bietet es die asphaltierten Wege ebenso wie den Raum für informelle Trampelpfade, die sich die Mitarbeitenden hier selbst bahnen. Ein solcher Ort wird als Chance und Herausforderung zugleich wahrgenommen, weil er jedem Einzelnen die Freiheit bietet zur Ausgestaltung dessen, was Arbeiten und Interagieren bedeuten. Weil dies hier erstmalig gelingt, wird aus dem ewigen Ringen um die Balance zwischen Work und Life die echte – und erfüllende – Integration von sozialem Leben und konzentriertem Arbeiten.

Work-Life-Challenge

Das Transformational Building bietet genau jene Bühnen, die ein neues Arbeiten braucht. Es stellt Räume unterschiedlichster Skalierung bereit, die transitorisch und flexibel sind und daher die Vielfalt von Ansprüchen feiern und ihr auch gerecht werden können. Die Gewerbeflächen sind offen und frei bespielbar – nichts ist festgelegt außer der Umfassung und den technischen Versorgungskernen. So lässt sich jede Einheit in verschiedenste Aggregatszustände versetzen und kann zudem schnell auf neue Aufträge oder Bedürfnisse der Mietenden reagieren, die eine personelle Erweiterung des Teams nötig machen oder etwa separierte Konzentrations-„Boxen“ erfordern. So wie man sich sein Zuhause individuell gestaltet, gestaltet man sich heute auch das Büro. Genau deshalb hat Euroboden das Transformational Building als multifunktional-variable Hülle konzipiert – und auch gestaltet: „Rough is enough“!

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„Ohne die gemeinsame Vorgeschichte im Büro wäre unsere erzwungene Vereinzelung vor dem Bildschirm wohl kaum so reibungslos abgelaufen, wie wir sie erlebt haben.“ (Renderings: Euroboden)

Ein Transformational Building stiftet Identität und Eigenständigkeit innerhalb einer Community – und damit genau jene Werte, die die ausgedehnte Homeoffice-Periode des Corozäns erst so erfolgreich machten. Denn ohne die gemeinsame Vorgeschichte im Büro wäre unsere erzwungene Vereinzelung vor dem Bildschirm wohl kaum so reibungslos abgelaufen, wie wir sie erlebt haben. Mit dem Transformational Building schafft Euroboden ein Angebot, selbst zu gestalten, sich den Raum und seine Außenbereiche aktiv anzueignen und sich damit zu identifizieren. Dabei verwischt es die Grenzen zwischen zuvor getrennten Bereichen: Arbeiten und Privates können dank diverser Add-ons wie etwa Dachterrassen, Sportplatz, Duschen, Grünbereiche, Food oder zusätzlicher Eventräume enger und organischer miteinander verzahnt werden. Das Transformational Building löst New Work im Sinne eines Office Home ein – genau so, wie es der Sozialphilosoph und New-Work-Begründer Frithjof Bergmann formuliert hat: Aus Arbeit, die wir tun müssen, wird Arbeit, „die wir wirklich wirklich wollen.“

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„Das Transformational Building löst New Work im Sinne eines Office Home ein.“ (Renderings: Euroboden)

Das Fluide, Agile funktioniert vor allem im Neubaubereich und wird im „Hammerschmidt“ und den folgenden Projekten seiner Art prototypisch eingelöst. Aber auch an der Umwidmung von bislang völlig anders genutzten Flächen zu Transformational Buildings im Sinne eines Re-Use forscht und arbeitet Euroboden längst – und mithin an einer Verwandlung alter Realitäten in neue. Reset the system and transform its buildings.

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„Das Haus mit seinen Einheiten bekommt Biografien und Szenografien, an denen viele mitschreiben und die ihm Echtheit und Einzigartigkeit verleihen – eben: eine Aura.“ (Renderings: Euroboden)

Pixel haben keine Aura, es regnet nicht aus der Cloud

Spätestens seit den berühmten Ausführungen Walter Benjamins wissen wir: Die Aura eines Kunstwerks ist an das Hier und Jetzt gebunden, an „sein einmaliges Dasein an dem Ort, an dem es sich befindet.“ Technisch reproduzieren lässt sich diese Erfahrung kaum. Übertragen auf unsere Zeit und auf ein Gewerbegebäude muss dies heißen: Das Haus mit seinen Einheiten bekommt Biografien und Szenografien, an denen viele mitschreiben und die ihm Echtheit und Einzigartigkeit verleihen – eben: eine Aura. Unverwechselbare Räume entstehen. Keine „Cookie-Cutter“-Ausstattung, die die Entfaltung aller Mitarbeitenden bremst. Sondern Orte wie Gärten, die Kreation und Rekreation natürlich verbinden.

Benjamin, im Corozän gelesen, bedeutet aber auch, dass Pixel keine Aura haben – Videokonferenzen können reale Treffen ergänzen, aber wohl kaum vollständig und dauerhaft ersetzen. Das Internet ist kein dauerhafter Aufenthaltsraum, denn es fehlt die physische Präsenz des Gegenübers. Reduziert auf die Bildschirmfenster der Talking Heads im Home Office funktioniert der kreative Austausch, das wechselseitige Interagieren mit Kolleginnen und Kollegen nur erschwert. Und genau deshalb bleibt auch die Relevanz des gemeinsamen Ortes ungebrochen. Das Transformational Building wirkt deshalb über die Anwesenheit am physischen Ort hinaus und reicht weit in den nun flexibilisierten Arbeitsalltag hinein.

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„Bewegen und Begegnen: Das Transformational Building kontextualisiert den Arbeitsalltag neu.“ (Renderings: Euroboden)

Georg Simmel erkannte in der Erwiderung von Blicken einst eine besondere wichtige Interaktion von Stadtbewohnern. Das persönliche Gespräch, in dem auch Gestik, Mimik und Tonfall wichtige nonverbale Elemente sind, lässt weniger Raum für Fehler und Missverständnisse als ein bloßer digitaler Austausch, der sich auf winzige Porträts und technisch übertragene Stimmen verengt. „Die Digitalisierung beschleunigt und relativiert sich gleichzeitig“, befindet in diesem Sinne auch der Zukunftsforscher Matthias Horx, und auf ebendiesen digitalen Realismus – die Erkenntnis nämlich, dass die IT nicht alles ersetzt – reagiert das Transformational Building als Büro der Zukunft.

Work-Life-Interaction: Das Haus als Mikrokiez

Bewegen und Begegnen: Das Transformational Building kontextualisiert den Arbeitsalltag neu. Einerseits durch den Mix aus betriebsamem Beisammen- und produktivem Bei-sich-Sein innerhalb der individuellen Arbeitsflächen zwischen Co-Working, Members’ Club und Creative Hub, zwischen Werkstatt, Künstleratelier und Media Company, Renaissance-Kontor und klösterlichen Kemenaten. Das ist übrigens, jenseits flacher Dächer und weißer Wände, der eigentlich Kern dessen, was bereits das Bauhaus so richtungweisend machte.

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„Freie Flächen für alle in Form von Terrassen, breiten Treppen, Balkonen mit Blick auf andere oder in den Himmel.“ (Renderings: Euroboden)

Andererseits bieten Transformational Buildings Mehrwert, sogar: mehr Werte. Freie Flächen für alle in Form von Terrassen, breiten Treppen, Balkonen mit Blick auf andere oder in den Himmel. Räume zum Durchatmen, Räume zum Bewegen – Open-Air-Yoga, Macchiato im Sommerregen, Erdbeerernte zur Mittagspause, Ladestelle für E-Mobilität. „Transformational Buildings“ stellen in diesem Sinne eine Wertsteigerung für den Eigentümer wie den Nutzer da – und eine Bewegung hin zu einer nachhaltigeren Immobilienplanung, die Wege und Materialeinsatz gleichermaßen reduziert.

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„Räume zum Durchatmen, Räume zum Bewegen – Open-Air-Yoga, Macchiato im Sommerregen, Erdbeerernte zur Mittagspause, Ladestelle für E-Mobilität.“ (Renderings: Euroboden)

Dies ist nicht weniger als der Beginn einer neuen Bewegung, das Transformational Building als Gewächshaus für die Kreativität, ein neuer Typus multifunktionaler Sporthallen fürs Denken im Team, die sich für eine Vielzahl von Aktivitäten konfigurieren lassen und jenen Teil der Gleichung in den Mittelpunkt stellen, der wirklich zählt: den Menschen selbst.