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Von der Supergarage zum Hyper-Workspace – Innovations-Inkubator Campus Founders

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(Foto: Kami Blusch)

Rollen, schieben, falten, klappen, rücken: Das Gründer- und Innovationszentrum der Campus Founders bedient die ganze Klaviatur einer multifunktionalen und flexiblen Bürowelt.

Von Tanja Pabelick

Entworfen wurde das Projekt in Heilbronn von Michal Blutrich und Karl Frederik Scholz, die das Büro Kami Blusch in Berlin gegründet haben. „Das Projekt wurde durch einen Wettbewerb angestoßen, den wir 2018 gewannen“, erzählen sie über die Anfänge. Eigentlich sollten sie damals ein Bestandsgebäude neu gestalten. Doch der jahrhundertalte Backsteinbau war am Ende zu marode. Was blieb, war das Kernkonzept, das Blutrich und Scholz als Hommage an die Lagernutzung vergangener Tage „Supergarage“ tauften. „Im Wesentlichen ging es darum, möglichst viele offene Präsentationsflächen und Arbeitssituationen zu gestalten.“ Das industrielle Flair des erste Standortes nahmen sie dann in den zweiten mit.

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(Foto: Kami Blusch)
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(Foto: Kami Blusch)

Dynamik und Flexibilität

In der ehemaligen Bibliothek der Dieter Schwarz Stiftung entstand auf gut 1000 Quadratmetern ein maßgeschneidertes Konzept für die Nutzer, die sich ganz bewusst nur temporär hier einrichten sollen. Entrepeneure haben bei den Campus Founders die Chance, ihre Ideen in fruchtbarem Kontext zum Keimen zu bringen – dann ziehen sie weiter. Damit die vielen unterschiedlichen Ideen und Nutzer sich in der „Mindset-Schmiede“ immer wieder neu einrichten können, wurde sie flexibel und modular gestaltet. Die Größe der Arbeitsflächen ist mit Grenzen aus textilen Vorhängen und beweglichen Wänden dynamisch und kann zu einer großen Halle oder zu vielen kleinen Abteilungen werden. Die Möbel ziehen dabei mit: Tische werden zu Inselgruppen oder Tafeln, Einzelplätzen oder Konferenzrunden; auf Rollen gelagerte Bühnenelemente schaffen einen Eventspace oder eine Vortragsarena.

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(Foto: Kami Blusch)
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(Foto: Kami Blusch)

Ein Raum für Kreativität, Ideen und Kommunikation

„Zur Auswahl der Möbel gab es zwei Kriterien. Zum einen gibt Vielfältigkeit um Sterilität und Monotonie entgegen zu wirken. Das andere Kriterium bedient die wichtigen Anforderungen des agilen Arbeitens“, erklären die Designer. Damit es dabei nicht zu laut wird, hat Kami Blusch außerdem Raum-in-Raum-Lösungen integriert, die Rückzugsräume für die Stillarbeit bieten. Im experimentellen Kontext, der organisatorische Verspieltheit mit funktionaler Konsequenz zusammenbringt, soll das kreative Umfeld auf die kreativen Prozesse wirken. Dafür steht auch das lose verteilte Vintage-Mobiliar, wie Kami Blusch erzählen: „Wir wollten einen gemütlichen und warmen Charakter vermitteln.“ So entstand ein flexibler Ideen-Inkubator und Kommunikations-Hub, der so eklektisch ist wie seine Nutzer.

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(Foto: Kami Blusch)