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Diese Multi-Use-Zone schafft Flexibilität

New Work Paris Multi-Use-Zone
Foto: Ludovic Desmons

Best Practice: Die Multi-Use-Zone eines Pariser Immobilienunternehmens ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich große Flächen hochflexibel gestalten lassen – und pandemie-resilient.

Von Bettina Schneuer

Restüro? Bürant? Konflounge? Dieser besondere Ort ist und kann vieles: Im Herzen von Paris hat das junge Architekturbüro Delordinaire eine multifunktionale Fläche gestaltet, die als Restaurant, Büro, Lounge und Konferenzbereich genutzt wird. Am Hauptsitz von einem der größten Immobilienentwickler Frankreichs entstand im Erdgeschoss auf 500 Quadratmetern ein Raum, der sich jederzeit den individuellen Bedürfnissen seiner Nutzer anpassen kann.

New Work Paris Multi-Use-Zone

Auftraggeber Altarea prognostizierte schon vor zwei Jahren, wie Office-Spaces neu definiert werden: „Ein Bürogebäude ist nicht länger bloss ein Ort, an dem der Output von Einzelpersonen zusammengetragen wird, ein Ort, an dem jeder Einzelne isoliert an dem ihm zugewiesenen Tisch oder hinter einer Bürotür arbeitet. Sondern ein Ort der Begegnung und des Austauschs, der Zusammenführung von Know-how und Expertise. Ein Bürogebäude muss in der Lage sein, sich an seine unterschiedlichen Nutzungen anzupassen. Unternehmen kommen und gehen; Aufgaben und Personalstärken verändern sich. Ein Bürogebäude ist heutzutage geprägt durch Strukturen, die reversible Raumnutzungen ermöglichen.“ Im Neubau an der Rue de Richelieu setzte man jene transformative Philosophie, wie die Zukunft der Arbeit baulich aussehen soll, kongenial um – geradezu hellsichtig, denn die nun entstandenen, hochflexiblen Mehrzweckbereiche bewähren sich auch unter den in der Pandemie aktuell nötigen, strikten Abstandsregeln.

„Ein Bürogebäude ist nicht länger bloss ein Ort, an dem der Output von Einzelpersonen zusammengetragen wird. Es wird ein Ort der Begegnung und des Austauschs, der Zusammenführung von Know-how und Expertise.“

Altarea

Delordinaire, 2016 gegründet und international besetzt mit dem Australier Adrian Hunfalvay, dem Franzosen Erwan Lêveque und dem Kanadier Jean Philippe Parent, wollte mit seinem Entwurf für den Open Space „die Dynamik eines dem Arbeiten zugeordneten Raums verändern und ihm ein Gefühl von Zuhause zu geben“. Unterschiedliche Deckenhöhen ermöglichten es dem Designtrio, mit Größen zu spielen: Fünf Meter hohe luftige Zonen wechseln sich ab mit niedrigeren Bereichen. Letztere lassen sich teilweise dank raffinierter Schiebelamellen aus Eiche zu intimeren Nischen abtrennen, die dennoch optische Durchblicke in den Großraum zulassen; hier kann man kleine Meetings oder Veranstaltungen abhalten.

New Work Paris Multi-Use-Zone
Mittig platzierte banquettes aus Beton und Pflanzenbehältern können mit neu interpretierten, reduzierten Bistrotischen ergänzt werden. Foto: Ludovic Desmons

„Wir wollen die Dynamik eines dem Arbeiten zugeordneten Raums verändern und ihm ein Gefühl von Zuhause geben.“

Jean Philippe Parent

Mittig dienen maßgefertigte Sitzinseln aus rauem Beton und weichen Polstern zugleich als banquettes für informelle Treffen und als Pflanzentröge für exotisches Grün, das den Schall dämmt und das Auge erfreut. Schlichte kleine Tische im reduzierten Bistrostil lassen sich schnell dazustellen und nach Bedarf auch zusammenschieben (sobald die Covid19-Ansteckungsgefahr gebannt ist). Weitere Tische in unterschiedlichen Größen reihen sich entlang der Wände, denen Holz- und Stoffpaneele Behaglichkeit verleihen. Auch bei den Stühlen mixte Delordinaire: dänische Relax-Modelle mit integrierten Armlehnen ergänzen Pierre Paulins schlichten Klassiker „Moulin“ von 1954. Das gesamte Mobiliar eignet sich ebenso fürs Lunchen wie für den kurzen Plausch zwischendurch oder auch fürs intensive Arbeiten.

 

New Work Paris Multi-Use-Zone
Weiche Polsterbezüge, Holzdecken und Stoffpaneele sorgen für gute Akustik. Foto: Ludovic Desmons
New Work Paris Multi-Use-Zone
Unterschiedliche Deckenhöhen und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept mit Objekten von Sattler zonieren den riesigen Raum. Die in einer Sonderfarbe bezogenen Armlehnstühle stammen aus der "Convent"-Kollektion des dänischen Anbieters New Works. Foto: Ludovic Desmons